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Friedrich Benesch, ZUR ÄTHERGEOGRAPHIE DER ERDE

Friedrich Benesch, ZUR ÄTHERGEOGRAPHIE DER ERDE

Ein sehr lesenswertes Buch für alle, die an einer erweiterten Erkenntnis der tieferen LEBENS-Zusammenhänge der Erde interessiert sind:
 


                                                                                                (S. 156-159)
Friedrich Benesch - Zur_Aethergeographie_der_Erde-Urachhaus

„Wie ist das Gesamtbild? 
Im Inneren der Erde, im Erdmittelpunkt gibt es ein Überbleibsel von dem alten Sonnenzustand. Die Sonne selber ist draußen. Über die Sonne müssen wir noch sprechen, was von der ausgeht, was in ihr auch enthalten ist, was mit dem Licht und mit der Wärme und dem Sonnenleben herunterkommt. Aber zwischen der Sonne da draußen und der Sonne da unten im Erdinnern liegt ja eine Wolke, ein Panzer, eine Hülle von undurchlässigem Material, von mineralischer Wucht: Oberkruste, Unterkruste, Erdmantel- dann erst kommt das Sonnenhafte da drin. …...
…..Was geschieht jetzt dadurch, dass der Christus von der Sonne zur Erde kommt, dass er auf der Erde zunächst als Mensch lebt dann aber durch seinen Tod und die durch seinen Tod zustande gekommenen Erdbeben und Sonnenverfinsterungen hindurchbricht bis zu dem, was zu ihm gehört, nämlich zu der Sonne, die im Erdinneren abgeschnürt war, und dadurch einen neuen Zugang herstellt zwischen dem Sonneninneren und dem Sonnenwesen draußen im Weltall? 
Sie sehen, wie man durch eine solche Betrachtung der Erde, wie wir sie hier versuchen, zur Christusfrage kommt. Was ist durch die Christustat in der Todessphäre, in der Sphäre der Verdunkelung und Abschirmung, für ein Durchbruch erfolgt bis in das Erdinnere hinein? 
Ein Mensch wie Paulus wusste das, er spricht das aus in seinen Briefen, zum Beispiel im Epheserbrief, dass der Christus, als er gestorben war und sein Leichnam in das Grab der Erde gelegt wurde, hinuntergestiegen ist »bis in die innersten Tiefen der Erde«, so formuliert er das.

Das Christuswesen durchdringt jetzt diese Schale, diese Hülle und stellt die Verbindung wieder her, und zwar die vollständige, zwischen dem Erdinneren und der Sonne da draußen. Und der Ausdruck davon ist, dass jetzt aus dem Erdinnern etwas aufleuchtet. Man muss immer sehen, dass durch das Christuswesen etwas hinzugekommen ist zu allem, was die Natur macht und was der Mensch macht, etwas Neues, etwas Zusätzliches. Was es für den Menschen bedeutet, habe ich schon gestern Abend gesagt. Denn dadurch, dass der Christus mit uns Menschen auf der Erde lebt, überträgt er in uns die drei Grundfähigkeiten: erstens zu lernen, unbewusst, also die Lernfähigkeit, den Lernwillen, zweitens, dass wir arbeiten können, also die Freude an der Arbeit, der Impuls zur Arbeit, und drittens in einer neuen Art sich seelisch mit anderen Wesen zu verbinden, in einer neuen Weise lieben zu können. Man traut sich eigentlich gar nicht »Christusliebe« zu sagen, man scheut sich, aber so etwas gibt es unbewusst im Menschen.
Aber was ist durch das Mysterium von Golgatha zu der Erde, zu den Naturwesen, den Pflanzen, den Tieren, zu den Mineralien, zum Erdumkreis, zum Erdinneren hinzugekommen als eine ganz neue Kraft, die wir durch die Anthroposophie allmählich immer mehr und mehr fühlen lernen, kennen lernen, weil sie unbewusst in uns wirkt? 
Zu der Arbeitsfreudigkeit, zu diesem christlichen Arbeitsimpuls »Führst du Mist, dann bist du ein Christ« kommt hinzu die Fähigkeit, sich zu begeistern, denn schwere körperliche Arbeit bis zum Schweißausbruch ist eigentlich eine Art Begeisterung. 
Aber wir verstehen vielleicht erst dann richtig, dass etwas Neues hereingekommen ist durch das Christuswesen, wenn wir das Alte kennen lernen und sehen, was die Erde christusfähig macht, dass sie etwas Neues in sich aufnehmen kann und in sich wirksam werden lassen kann, nicht nur im Menschen, sondern überall bis hin zur Brennnessel. 
Natürlich strömt auch heute genauso wie vor Tausenden und Tausenden von Jahren im Frühling aus den Wurzeln in den Baumstamm hinein der Saft, der im Herbst abgestiegen und in den Wurzeln deponiert ist. Aber was lebt heute seit dem Mysterium von Golgatha mit dieser heranwachsenden Saat mit? Was strömt in den Baum, in den Halm? 
Was strömt in dem Gemüse, das in unseren Gärten wächst, heute mit? So wie in uns, wenn wir lernen, wenn wir arbeiten, jemand mitwirkt, so wie jemand mitströmt, wenn wir schließlich auch die Fähigkeit haben, selbstlos zu werden. Unbewusst ist das eine Wirklichkeit. Langsam, langsam fangen wir an, das zu spüren, dass da jemand ist, der uns hilft. 
Und, schauen Sie, das ist nicht das alte Kirchenchristentum, das ist das neue Christentum, das ganz neue.“



 


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